Unternehmensformen im Detail

Welche Unternehmensrechtsform passt zu meinem Unternehmen? Wie viel Stammkapital muss ich vorweisen? Und kann ich das Unternehmen allein oder nur mit Partner gründen?

AG (Aktiengesellschaft)

Die Aktiengesellschaft eignet sich besonders für Unternehmen, die einen hohen Kapitalbedarf haben. Zur Gründung einer AG ist ein Eigenkapital von mindestens 50.000 Euro notwendig, das in Form von Aktien bereitgestellt wird. Darin liegt im Vergleich zu anderen Unternehmensformen auch die Besonderheit der AG, denn mit der Ausgabe (auch “Emission” genannt) von Aktien ist es möglich, zusätzliche Kapitalgeber zu generieren, die sich durch den Kauf der Aktien am Unternehmen beteiligen. Für die Gründung der AG reicht ein Gründungsmitglied; allerdings ist zur Überwachung der Aktionärsinteressen ein Aufsichtsrat aus mindestens drei Mitgliedern notwendig. Zusätzlich wird ein Vorstand eingesetzt, der die Geschicke des Unternehmens leitet. Die AG haftet nur mit dem Unternehmensvermögen.

GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung kann mit einem Stammkapital von 25.000 Euro gegründet werden, wobei dieses Kapital nicht in der vollen Summe auf einem Konto nachgewiesen werden muss – auch Immobilieneigentum kann zur Hälfte angerechnet werden. Die Summe des Stammkapitals beschreibt auch gleichzeitig die Mindesthaftungssumme. Für die Gründung der GmbH ist nur ein Gründungsmitglied notwendig. Sollte die Gesellschaft aber von mehreren Mitgliedern gegründet werden, müssen diese in der Gesellschafterversammlung einen Geschäftsführer bestimmen. Die Gewinnausschüttung richtig sich nach dem Anteil der Stammeinlage; hat also ein Gesellschafter im Vergleich zu einem anderen eine doppelt so hohe Stammeinlage zur Gründung beigetragen, erhält er in der Regel auch den doppelten Gewinn.

OHG (offene Handelsgesellschaft)

Bei der offenen Handelsgesellschaft handelt es sich im Gegensatz zu den beiden oben genannten Unternehmensformen nicht um eine Kapital-, sondern eine Personengesellschaft. Der wichtigste Unterschied: Der Unternehmer einer Personengesellschaft haftet nicht nur mit den Unternehmens-, sondern auch unbeschränkt mit dem Privatvermögen. Für die Gründung sind mindestens zwei Mitglieder notwendig, die gesamtschuldnerisch haften. Das bedeutet, dass einer der beiden Unternehmer auch mit seinem Vermögen haftbar gemacht werden kann, wenn der andere Unternehmer für die eigentliche Ursache der Haftung verantwortlich ist. Für die Gründung der OHG wird kein Mindestkapital vorausgesetzt. Der Gewinn teilt sich ebenfalls nach eingesetzten Kapital auf. Eine weitere Besonderheit: Jeder der beteiligten Unternehmer ist zur Geschäftsführung verpflichtet.

KG (Kommanditgesellschaft)

Die Kommanditgesellschaft ähnelt der OHG. Der Unterschied besteht darin, dass die beiden Gründungsmitglieder nicht gleichberechtigt sind. Ein Mitglied ist dabei Vollhafter (“Komplementär”) und einer lediglich Teilhaber (“Kommanditist”). Während der Komplementär auch mit seinem kompletten Privatvermögen haftet, beschränkt sich das Risiko bei dem Kommanditisten auf das eingesetzte Kapital. Dafür ist auch seine Gewinnbeteiligung geringer. Um sich weiteres Kapital zu beschaffen, kann die KG weitere Kommanditisten aufnehmen.

GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts unterscheidet von der OHG darin, dass der Zweck nicht gewerblich sein muss, also keine Absicht zur Erzielung eines Gewinns besteht. Als einfache Beispiele einer GbR wird häufig eine Fahrgemeinschaft bemüht. Damit ist der Zweck, nämlich das Sparen von Kosten durch eine Fahrgemeinschaft, als Voraussetzung zur Gründung einer GbR gegeben. Eine Eintragung in das Handelsregister ist nicht verpflichtend, ebenso muss kein schriftlicher Vertrag bestehen.

eK (eingetragener Kaufmann)

Der eingetragene Kaufmann ist die einfachste Form der Unternehmensgründung. Eine Einzelperson ist zur Gründung ausreichend, Mindestkapital wird dazu nicht benötigt. Aus dem Namen ergibt sich bereits eine Eintragung in das Handelsregister; damit besteht in jedem Fall also auch eine gewerbliche Absicht. Wie bei den anderen Personengesellschaften handelt der e.K. mit seinem vollen Privatvermögen. Sämtliche Unternehmensentscheidungen werden vom Kaufmann selbst getroffen, außerdem kann er über den Gewinn allein verfügen.

 

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