Abmahnungen für unerlaubte Werbung: Diese Fehler können teuer werden

Abmahnungen sind in Zeiten der digitalen Revolution zu einem gefürchteten Thema geworden. Gerade wenn man als Unternehmer, Selbständiger oder Freiberufler Werbeangebote an potentielle Kunden versendet, muss man sich an bestimmte Richtlinien und gesetzliche Vorschriften halten. In erster Linie sollte man seiner Kundschaft via Werbebotschaft etwas Spezielles bzw. Besonderes bieten. Wenn man nämlich nur mit gesetzlich garantierten und allgemeingültigen Selbstverständlichkeiten Werbung betreibt, lassen entsprechend kostenintensive Abmahnungen in der Regel nicht lange auf sich warten.

Widerrufsrecht und Geld-zurück-Garantie: Hier wartet der Fehlerteufel

Da das 14 Tage lang währende Widerrufsrecht vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist, handelt es sich hierbei um eine Selbstverständlichkeit. Als Gewerbetreibender muss man daher genau auf seine Formulierungen achten. Man muss zwar grundsätzlich seine Kunden bzw. die Empfänger über dieses Recht informieren, ansonsten kann sich die Frist verlängern. Man darf aber keinesfalls mit Aussagen wie “Wir gewähren Ihnen ein Widerrufsrecht von 14 Tagen” auf Kundenfang gehen. Dies vermittelt nämlich fälschlicherweise den Eindruck, dass diese Einräumung des Widerrufsrechts eine individuelle Leistung des werbenden Unternehmers bedeutet. Räumt man allerdings ein Recht dieser Art ein, dass über die 14 Tage hinausgeht, kann man diese besondere Leistung auch offensiv bewerben.
In Bezug auf das Widerrufsrecht offenbart sich mit einer diesbezüglich propagandierten Geld-zurück-Garantie gleich die zweite Fehlerquelle. Dass ein Kunde beim Nutzen des Widerrufsrechts sein Geld zurück erhält, ist ja gesetzlich festgelegt. Besonders betont werden, darf dieses Garantieversprechen daher nicht, schließlich handelt es sich keineswegs um eine besondere Leistung.

Vorsicht bei expliziten Garantieversprechen und kostenlosen Serviceleistungen

Eine Abmahnung wird auch riskiert, wenn beispielsweise ein Shop-Betreiber ein Versprechen in Form einer Zufriedenheitsgarantie oder einer Echtheitsgarantie abgibt, deren Inhalte nicht über die eh schon gesetzlich verankerten Richtlinien und Grundlagen hinaus gehen. Es darf nur dann eine Zufriedenheitsgarantie gegenüber dem Klientel abgeben werden, wenn mehr geboten wird als das Gesetz verlangt. Nimmt der Shop-Betreiber zum Beispiel Waren auch nach Ablauf der Widerrufsfrist zurück oder verlängert gesetzlich festgelegte Minimalfristen explizit für seine Kunden, muss er bei der Abgabe einer entsprechenden Zufriedenheitsgarantie, die über die gesetzlichen Vorschriften hinaus geht, nicht mit einer Abmahnung rechnen.
Aufpassen sollte man im Hinblick auf Garantieerklärungen auch bei einem Hinweis auf die Echtheit seiner Produkte. Als Unternehmer ist man nämlich prinzipiell dazu verpflichtet Originalware zu liefern, daher geht jeder Käufer stets davon aus, dass es sich bei den Produkten um Originalartikel handelt. Gibt man seinen Kunden dennoch eine Echtheitsgarantie, droht eine Abmahnung.
Desweiteren stellen Serviceleistungen, die als kostenlos angeboten werden, eine entsprechende Fehlerquelle dar. Auch hier gilt: alles, was vom Gesetz bereits vorgeschrieben ist, ist selbstverständlich und darf nicht für Werbung genutzt werden.

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